WIR FRESSEN UNS ZU TODE von Galina Schatalova – die Hygiene der Ernährung

Wirfressen

Im Urlaub habe ich ein für mich sehr spannendes Buch gelesen. Es handelt sich um das Buch „Wir fressen uns zu Tode“ von Galina Schatalova – eine russische Ärztin, die Chirurgin und Wissenschaftlerin war. Inzwischen ist sie 2011 mit 95 Jahren (angeblich durch einen Treppensturz) gestorben.

Das Buch ist bereits 1996 erschienen. Sie vertritt ein ziemlich umfassendes Gesundheitskonzept, bei dem neben der Nahrung, die möglichst ursprünglich und deutlich reduziert sein sollte, auch Bereiche wie die Atmung, Bewegung und Abhärtung berücksichtigt werden.

Doch noch vor diesen physischen Gesichtspunkten sieht sie die geistige und psychische Komponente, die bei der Gesundung eine wichtige Rolle spielt.

An dieser Stelle will ich gar nicht weiter auf den kompletten Inhalt eingehen, der wirklich lesenswert ist. Vielmehr möchte ich ein Kapitel mit Euch teilen, das für mich nochmal so einen besonderen Aha-Effekt hatte. Es ist das allerletzte Kapitel und die Überschrift lautet:

Die Hygiene der Ernährung.

Damit ist die Hygiene des Verdauungstraktes gemeint. Der Verdauungstrakt beginnt bereits mit dem Mund. Besonders interessant fand ich die Feststellung, dass das Gehirn eine sehr wichtige Rolle dabei spielt, dass die Nahrung gut verdaut wird.  Das Gehirn arbeitet nämlich genau aus, welche Enzyme, welche Hormone zur Verdauung benötigt werden und wie das Säure-Basen-Verhältnis in den Verdauungssekreten sein muss. Doch das funktioniert nur, wenn das Gehirn eine umfangreiche Info über die Zusammensetzung und Struktur der aufgenommenen Nahrung bekommt. Und wie funktioniert das? Genau, über den Mund. Hier werden mithilfe von Sensoren alle wichtigen Informationen gesammelt bezüglich Geschmack, Bestandteile, Feuchtigkeitsgehalt etc. Die Erkenntnisse werden dann ans Gehirn weitergeleitet und dann kann ein passendes Aktionsprogramm für die Verdauung gestartet werden. Doch wie soll das funktionieren, wenn unsere Nahrung nur kurz im Mund verweilt und kaum gekaut wird? Nicht wirklich gut, wie man sich leicht vorstellen kann. Hinzu kommt, dass durch die Einspeichelung Stärke in leicht verdaulichen Zucker umgewandelt wird. Dieser Prozess sollte im Mund stattfinden, denn in den folgenden Verdauungsabschnitten funktioniert das nicht mehr wirklich gut. D.h. die erste Regel lautet daher: lange und sorgfältig kauen.

Die zweite Regel lautet, dass nur so große Portionen in den Mund genommen werden sollen, wie sie auch gut verarbeitet werden können, d.h. flüssig gekaut werden können.  Wenn eine zu  große Menge in den Mund gestopft wird, dann rutschen ganz automatisch größere unzerkaute Brocken in den Rachen und verursachen einen Schluckreflex, so dass die Nahrung ohne Vorbereitung in die Speiseröhre und den weiteren Verdauungstrakt gelangt.

Durch die Anwendung dieser beiden Regeln reduziert sich die Menge der Nahrung schon ganz ohne Anstrengung und der Verdauungstrakt wird deutlich entlastet.

Eine dritte Regel lautet, so oft wie möglich Monomahlzeiten einzunehmen, vor allem wenn Heilung eintreten soll. Je einfacher die Nahrung ist, desto einfacher ist die Verdauung und desto einfacher ist es für den Körper, die Nährstoffe wirklich aus der Nahrung zu ziehen und Heilprozesse in Gang zu setzen.

Die vierte und letzte Regel lautet, dass mindestens 4 Stunden zwischen den einzelnen Mahlzeiten liegen sollten. Dies ist der Zeitraum, in dem eine vegane Mahlzeit in der Regel vollständig im Magen verdaut ist. Bei der Aufnahme von tierischen Produkten kann die Verdauung im Magen bis zu 12 Stunden dauern! Wenn der Speisbrei zu Beginn in den Magen gelangt, wird der Säuregehalt rasant erhöht, um u.a. die Proteine aus der Nahrung aufzuspalten. Am Schluss der Magenverdauung dagegen sollte der Speisebrei wiederum basisch sein, damit er in den unbedingt basisch zu haltenden Zwölffingerdarm gelangen kann. Doch es ist sehr ungünstig, wenn der durch die Verdauung vorbereitete basische Speisebrei im Magen plötzlich wieder mit Magensäure überschüttet wird, weil die nächste Portion Nahrung hinterhergeschoben wird. Dann gelangt der bereits verarbeitete Speisebrei nämlich doch in einem sauren Zustand in den Zwölffingerdarm mit entsprechenden ungünstigen Folgen.

Ich finde diese 4 Regeln sehr einleuchtend und es stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn ich daran denke, was wir unserem Darm alles zumuten, allein schon durch die schlechte Qualität der oft hochgradig verarbeiteten Nahrung mit vielen Zusatzstoffen, die viele zu sich nehmen. Von der Hygiene der Ernährung reden wir da noch gar nicht.

Doch auch sehr gesundheitsbewusste Menschen oder gar Rohköstler dürfen sich diese 4 Regeln hinter die Ohren schreiben, damit ein positiver Effekt überhaupt eintreten kann. Ich ernähre mich ja tatsächlich rohköstlich, kann aber nicht behaupten, dass ich diese 4 Regeln ständig einhalte. Das werde ich mir jetzt mal wieder verstärkt vornehmen. Wenn ich gut hinspüre, bestätigen sich diese 4 Regeln im Alltag immer wieder. Ich fühle mich besser, wenn ich meine Nahrung gut kaue, ich fühle mich besser, wenn ich nicht zu viel durcheinander esse, ich fühle mich besser, wenn ich nicht zu oft esse. Also auf geht´s!

You are nature!

Liebe Grüße

Silke

PS: Auch wenn es noch mal ein ganz neues Thema ist, möchte ich hinterherschieben, was Schatalova unter der geistigen Gesundheit versteht.

„Vor allem die Abwesenheit von Egoismus, das Streben nach Selbstverwirklichung in schöpferischer Arbeit zum Wohle der Gesellschaft, Geduld, Toleranz, das Streben nach Einheit mit der Natur im weitesten Sinn des Wortes, das Verständnis der Gesetze  der Einheit alles Lebenden und das Prinzip einer lebendigen Ethik, einer kosmischen Liebe.“

Ich finde, diese wichtigen Aspekte kommen bei den klassischen Gesundheitsbüchern oft zu kurz bzw. wenn sie einen Schwerpunkt bilden, tritt wiederum die physische Komponente ziemlich in den Hintergrund.

Ein Gedanke zu “WIR FRESSEN UNS ZU TODE von Galina Schatalova – die Hygiene der Ernährung

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