Achtsam essen

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Ich finde es immer wieder spannend, dass scheinbar gleiche Handlungen doch so unterschiedlich sein können und völlig andere Wirkungsweisen haben. Diese Tatsache finde ich besonders interessant im Zusammenhang mit unserem Essen. Ich kann nebenbei einen Apfel essen ohne daraus große Zufriedenheit oder Sättigung zu erhalten. Und dann kann ich einen Apfel mit voller Aufmerksamkeit essen und er nährt mich optimal auf körperlicher, geistiger, energetischer und emotionaler Ebene. Das Schlüsselwort heißt Achtsamkeit, d.h. sich bewusst zu machen, was im gegenwärtigen Moment geschieht. Wenn ich achtsam bin, bin ich immer im Fluss des Lebens. Ich nehme an, was ist. Unsere Mahlzeiten sind eine gute Gelegenheit, regelmäßig Achtsamkeit zu üben und so gleichzeitig satt, zufrieden und gesund zu bleiben oder zu werden. Dies gelingt am besten unter folgenden Voraussetzungen.

  1. Wahren Hunger spüren

Es lohnt sich, mit dem Essen mal so lange zu warten bis man wirklich hungrig ist. Denn der Körper zeigt uns ja automatisch, wann der richtige Zeitpunkt zum Essen ist. Dafür müssen wir uns auch nicht zusammenreißen oder ähnliches, sondern folgen einfach der Natur, unserem Körper, der immer gut für uns sorgt. Wer hungrig ist, kann das Essen viel besser genießen und viel besser das Sättigungsgefühl  wahrnehmen, wenn es soweit ist.

  1. Angenehme Atmosphäre schaffen

Es ist wichtig, in angenehmer Atmosphäre und mit einem guten Gefühl zu essen. Beim Einen  gehören dazu liebe Menschen, der andere isst lieber alleine. Auch ein liebevoll zubereitetes Essen und ein schön gedeckter Tisch öffnen den Körper für die Nahrung. Der Körper ist dann viel entspannter, d.h. der Parasympathikus ist aktiv. Nur dann kann der ganze Verdauungsvorgang überhaupt einwandfrei von statten gehen. Nur dann können Nährstoffe vom Körper einwandfrei aufgeschlossen und aufgenommen werden. Wenn der Sympathikus dagegen aktiv ist, weil wir uns ärgern, am Tisch streiten oder uns tausend Gedanken durch den Kopf rasen, dann hat der Körper einfach nicht genug Energie für die Verdauung übrig.

  1. Das Essen würdigen

Das Essen wird für uns wertvoller, wenn wir es würdigen. Stelle Dir vor, wie viele Menschen daran beteiligt waren für das Essen auf Deinem Teller. Das Gemüse musste angepflanzt, gepflegt und geerntet werden. Es musste verschickt werden, es musste in die Regale im Supermarkt einsortiert werden, es musste verkauft werden, es musste von Dir zubereitet werden. Es waren auch Sonne und Regen notwendig. Vielleicht musste ein Tier geboren werden, gezüchtet werden, geschlachtet werden usw. Es lassen sich unendlich viele Details finden. Es wird schnell klar, dass viele Menschen für Dein Essen gearbeitet haben. Bedanke Dich für die Mithilfe und dafür, dass die Natur Dir das Essen geschenkt hat

  1. Das Essen genießen

Genieße das Essen mit Deiner ganzen Achtsamkeit. Nimm die Form, die Farbe, den Geruch wahr. Nimm die Konsistenz und den Geschmack im Mund wahr. Kaue dazu sehr sorgsam bis alles verflüssigt ist, nur so kann sich der Geschmack durch den entstandenen Speichel voll entfalten. Vor allem können auch nur dann die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden, mit großen Brocken kann er leider nichts anfangen. Vielleicht entpuppt sich ein Nahrungsmittel, das bisher als sehr beliebt galt, als gar nicht mehr so lecker…

  1. Sättigungsgefühl wahrnehmen

Spüre genau hin, wann Dein Körper signalisiert, dass es genug ist. Wann hast Du ein wohliges Gefühl im Bauch, wann spürst Du neue Energie, wann spürst Du Zufriedenheit?

  1. Aufhören!

Und dann höre wirklich auf zu essen. Das nächste Hungergefühl wird bald wieder kommen…

Vielleicht gelingt nicht immer alles auf einmal, doch es ist auch schon ein großer Gewinn, einzelne Punkte anzugehen und vereinzelt mehr Achtsamkeit üben. Beim Essen ist das Praktische, dass wir es in der Regel mehrmals täglich am Tag tun. Ich persönlich glaube, dass das achtsame WIE genauso wichtig ist wie das richtige WAS essen.

You are nature!

Liebe Grüße

Silke

3 Gedanken zu “Achtsam essen

    • Hallo Judith, ja das stimmt wohl – ich finde es auch nicht immer leicht.Was mir aber gefällt ist, dass ich bei jeder Mahlzeit wieder neu die Achtsamkeit üben kann. Wenn´s bei der einen nicht geklappt hat, kommt die nächste bestimmt. Und selbst innerhalb einer Mahlzeit gibt es viele Happen, an denen man üben kann. Also dranbleiben 😉 LG Silke

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      • Hallo Silke, ja, das ist wahr und schön. Man kann immer wieder neu beginnen, achtsam zu essen oder auch anderes achtsam zu tun. Für mich ist das achtsame Essen eine so große Herausforderung, weil ich früher Ess-Störungen hatte, die zum Glück Geschichte sind – dennoch ist Essen für mich heute noch manchmal Ersatz für etwas anderes und ich neige dazu, manches achtlos zu konsumieren und mehr zu essen, als mein Körper wirklich braucht. Ich bin überzeugt, dass der Schlüssel Achtsamkeit ist und dass das auch jeder lernen kann… es braucht halt Geduld und beharrliches Üben… ich lese gerne bei dir, um hier am Ball zu bleiben! LG Judith

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